Vor- und Nachteile eines Bungalows

17.5.2018

Wir haben uns natürlich sehr bewusst für den Bau eines Bungalows entschieden. Die Vorteile eines Bungalows kennt wohl jeder.

Alles auf einer Ebene

Durch das eingeschossige Bauen befinden sich alle Wohnräume auf einer Ebene. Es gibt keine Treppen und damit keine Hürden zu bestimmten Räumen. Das ist natürlich wichtig wenn man älter wird oder man nicht mehr so gut laufen kann. Wir haben uns dafür entschieden, ganz auf eine weitere Ebene zu verzichten und auch keinen Keller zu bauen. Daher hat unser Bungalow tatsächlich nur ein einziges Stockwerk und keinerlei Treppen. Dafür ist er von seiner Grundfläche her ziemlich groß, denn er enthält im Erdgeschoss auch Keller-, Werk- und Technikraum.

Insgesamt haben wir ähnlich viel Wohnfläche wie in einem normalen Einfamilienhaus, aber unsere Keller- / Nebenfläche ist sehr viel geringer. Das ist für uns ok. Auch wenn ein Kicker- oder Billardraum manchmal vermisst wird ;-))

Barrierefrei gestaltbar

Wir haben unseren Bungalow bereits für’s Alter angedacht und versuchen unseren Wohnbereich einigermaßen barrierefrei  zu gestalten. Dazu gehört, wir haben keine Treppen aber auch kaum Stufen in und am Haus. An der Haustür und zwischen Haus und Garage gibt je eine Stufe um möglichst kein Wasser ins Haus kommen zu lassen. Die Türen sind breit (1,00m) genug für die bequeme Durchfahrt mit einem Rollstuhl. Der Platz im Bad und speziell auch in der Dusche ist so ausreichend, dass man diese auch mit einem Rollstuhl nutzen könnte. An diesen Stellen, die später nicht so leicht zu ändern sind, haben wir nicht nur barrierefrei sondern sogar behindertengerecht geplant. So hoffen wir, bis ins hohe Alter selbstbestimmt in unseren eigenen vier Wänden leben zu können.

Psychologische Barrieren abgebaut

In unserem aktuellen Haus scheuen wir die Treppen schon heute. Was nach unten oder nach oben getragen werden muss, liegt schon mal eine Weile an der Treppe, bis jemand hinunter oder hinauf geht und es mitnimmt. Es scheint eine psychologische Hemmschwelle zu geben, die Treppen zu nutzen, wenn es nicht sein muss. Selbst wenn der Weg nicht weiter ist, bleiben Sachen an der Treppe hängen. Kennt das noch jemand? Das wird sich mit unserem Bungalow ändern. Denn diese Barrieren gibt es nicht mehr und die Dinge kommen eher an ihren Platz. Alle Räume sind irgendwie näher.

Offene Wohnbereiche

Große offene Wohnbereiche sind oft ein Vorteil, der für einen Bungalow spricht. Ohne ein weiteres Stockwerk wird statisch weniger Abstützung durch Innenwände benötigt. Da die Wohnfläche auf einer Ebene verhältnismäßig groß ist, lassen sich die Räume einfacher offen gestalten. Für uns ist dieser Aspekt nicht so wichtig. Wir bevorzugen schon eine Trennung von Wohnbereich und Küche und auch von Wohn- und Schlafräumen. Dies lässt sich in einem Bungalow nicht immer leicht realisieren. Allerdings trennen wir die Räume teilweise mit Schiebetüren aus Glas, so dass die Großzügigkeit erhalten bleibt und nur bei Bedarf eine Trennung erfolgt.

Es gibt auch einige Nachteile eines Bungalows, bei denen uns einige unvorhergesehen erwischt haben.

Große Grundfläche = großes Grundstück benötigt

Für einen Bungalow wird in jedem Fall ein relativ großes Grundstück benötigt. Nicht nur die große Grundfläche muss auf das Grundstück passen, sondern auch die Abstände zu den Nachbarn müssen eingehalten werden.  Die in den Ballungsgebieten mit räumlicher Verdichtung üblichen bis maximal 400m² großen Grundstücke reichen nur im günstigsten Fall aus. Und selbst die kleine Fläche ist nicht zu bezahlen.

Also, bevor man von einem Bungalow träumt, sollte man erst ein geeignetes Grundstück suchen. Aber nicht nur die Größe des Grundstücks ist bei einem Bungalow wichtig, es ist auch wichtig, ein möglichst flaches, nicht abfallendes und schon gar nicht steiles Grundstück zu wählen. Das hatten wir uns nicht so problematisch vorgestellt, ist es aber: Bungalow: alles eben – Böschung, eben

Große Grundfläche = großes Baufenster benötigt

Wichtiger noch als die reine Grundstücksgröße ist das Baufenster. Nur in diesem Bereich des Grundstücks darf das Haus stehen. Die meisten Grundstücke sind nicht auf einen Bungalow ausgerichtet und bieten nicht genug Grundfläche. Wenn man ebenerdig plus Keller baut, dann hat man mehr Möglichkeiten.

Bungalow ist teurer

Lange Zeit haben wir nicht wirklich verstanden, warum ein Bungalow bei gleicher Wohnfläche teurer ist als ein Einfamilienhaus mit einem Dachgeschoss. Statisch müsste es einfacher sein, nur das Erdgeschoss, kein weiterer Stock. Kein Treppenhaus, keine Treppe, die ja auch einiges kostet. Aber wir kamen immer teurer raus, als ein normales Einfamilienhaus.

Das liegt wohl daran, dass sowohl  eine größere Bodenplatte als auch ein größeres Dach das Haus pro m² teuer macht. Auch mehr Außenwände schlagen zu Buche. Soll das Haus auch energetisch einen modernen Stand haben, so müssen all diese außen befindlichen Bauteile gedämmt werden.

Wir bauen ein KfW 55 Haus. Mit einem Bungalow sind die Normen schwieriger zu erreichen. Ursprünglich dachten wir, ein KfW 40 Plus Haus bauen zu wollen. Keiner der von uns angesprochenen Baupartner hat jemals einen solchen Bungalow gebaut. Und die Kosten erschienen uns so hoch, dass die Energieersparnis niemals auch nur in die Nähe der Investition gekommen wäre. Jedenfalls haben wir uns dann – dank der guten Beratung durch Herrn Wüstefeld von VisioPlanHaus – für ein KfW 55 Haus mit Photovoltaik und Batterie entschieden.

Flachdach – muss nicht

Ab und zu wird angemerkt, dass das Flachdach, welches leicht undicht werden kann, der typische Dachstil eines Bungalows ist. Das mag sein. Auch für uns war es lange eine gedankliche Alternative, da uns der Bauhaus Stil sehr gut gefällt. Aber die Schwierigkeiten mit der Abdichtung und der Dämmung sprachen dagegen. Zudem ist es nicht einfach und nicht schön, Photovoltaikelemente, die effizient sind, auf einem Flachdach anzubringen. Wir haben uns gegen ein Flachdach und für ein Walmdach entschieden. Das wirkt zwar etwas altmodischer, ist andererseits sehr flexibel und kann unseren Raumvorstellungen gut angepasst werden.

Keller ist teuer

Mit der Grundfläche des Hauses ergibt sich normalerweise bei einem Einfamilienhaus auch die Kellerfläche. Denn es wird alles unterkellert. Bei einem Bungalow mit allen Räumen auf einer Ebene bedeutet dies aber einen sehr großen und damit teuren Keller, der so gar nicht benötigt wird. Von einer Teilunterkellerung hat uns jeder abgeraten. Es ist wohl möglich, dass die Bodenplatte und der Kellerbereich sich unterschiedlich setzten können und es damit Risse in der Verbindung der beiden Teile gibt. Dieses Risiko wollte kein Bauunternehmer und damit auch wir nicht eingehen. Wir haben daher auf den Keller verzichtet und 2 Kellerräume im Erdgeschoss untergebracht. Je nach Grundstück, kann ein Keller jedoch sogar sein Geld wert sein. Siehe Bungalow: alles eben – Böschung, eben

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